Sonntag, 30. April

72. Gedenkfeier in Dachau

Der BWV-Bayern nimmt, wie jedes Jahr, an der Kranzniederlegung teil.


Gabriel und Israel

ein kritischer Beitrag



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in FuR 2016 u. a.:

Hans-Jürgen Grasemann
Die Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter

Armin Pfahl Traughber
Hat der islamistische Terrorismus etwas mit dem Islam zu tun?

Gerald Wiemers
Das lange Ringen um Anerkennung (22. Halle-Forum)

Bernd Lippmann
Mit Geheimdienstakten zum Abitur

„Der Verfolgung ein Gesicht geben – Sozialdemokraten in der SBZ/DDR 1945-1961“ Drucken E-Mail
Bericht von der Ausstellungseröffnung

Von Gerald Wiemers

Die kleine, wohlausgewogene Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung über Sozialdemokraten in der Nachkriegszeit in der SBZ/DDR wurde am 4. November 2011 im Leipziger BüroCafé von Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee, MdB eröffnet. Über zwanzig Besucher folgten der Einladung, darunter ein Betroffener, der Berliner Zeitzeuge Lothar Otter, Jg. 1931, dem auch eine Tafel gewidmet ist. Die einführenden Worte des Gastgebers, Wolfgang Tiefensee, beschränkten sich nicht nur auf die Vergangenheit, sondern zielten auch auf die Gegenwart, auf die diktatorischen Regimes in der heutigen Welt.

Der Ehrengast Lothar Otter sprach über seinen Weg zur sozialdemokratischen Jugendorganisation „Die Falken“ und nicht in die FDJ, über seinen Widerstand gegen das neue diktatorische System in der SBZ/DDR und über die Verhaftung und Auslieferung an die Sowjets. Die Todesstrafe war noch ausgesetzt, sodass ein SMT (Sowjetisches Militärtribunal) in Lichtenberg (Sowjetsektor von Berlin) ihn „nur“ zu 25 Jahren verurteilte. Er kam ins „Gelbe Elend“ nach Bautzen, in die ehemalige Doppelzelle von Ernst Thälmann, die nun mit 24 Gefangenen belegt war. Nach langen sechs Jahren öffneten sich für Lothar Otter die Zuchthaustore. Ein neues Leben begann für ihn in der Bundesrepublik Deutschland. Der spannende Vortrag endete mit einer lebendigen Diskussion und anschließenden Führung durch die Ausstellung.

Die Geschichte wird lebendig durch schwere Schicksale in konkreten Bildern: Werner Rüdiger (1901-1966), Jeanette Wolf (1898-1976), Arnold Wend (1906-1980), Albert Wesemeyer (1904-2000), Dieter Rieke (1925-2009), Siegfried Berger (1918-2002). In diese Reihe gehört auch der Leipziger Sozialdemokrat Walter Nienhagen (1927-2007), der später für seine Partei in Siegen/Westfalen als Landrat tätig war.

Die Nachkriegssituation der SPD wird festgehalten in den Komplexen

  • Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED in der SBZ (bis zum Mauerbau 1961 bestand die SPD noch in Ost-Berlin und zwar als Teil des (Gesamt)Berliner Landesverbandes der SPD),
  • Ostbüro der SPD und
  • Machtsicherung der SED.

Die eindrucksvolle, wirksame und heute weitgehend vergessene Arbeit des Ostbüros der SPD (vgl. FREIHEIT UND RECHT, April 2011/1+2, S. 9) hätte man sich etwas ausführlicher gewünscht, vor allem mit Blick auf jüngere Besucher.

Die Ausstellung wird auf dem nächsten Parteitag der SPD zu sehen sein. Sie sollte als Wanderausstellung einem größeren Kreis zugänglich gemacht werden.